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Was ist die Bibel?

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Chandra:
Die Bibel, das Buch der Bücher, ist streng genommen eine eigene   Sammlung von Schriften, die Christen für das Wort Gottes halten und als   Heilige Schrift Urkunden ihres Glaubens sind.
Dabei handelt sich um verschiedene redaktionelle Zusammenstellungen   von „Büchern“ aus dem Kulturraum der Levante und dem Vorderen Orient,   die im Verlauf von etwa 1200 Jahren entstanden sind und bis zum 2.   Jahrhundert zuerst von Juden, dann auch von Christen kanonisiert wurden.
Von Ausnahmen wie der zeitweise im Katholizismus und lutherischer   Orthodoxie gültigen Theorie der Verbalinspiration abgesehen, wird die   Bibel in den meisten Religionsgemeinschaften, die sich auf sie beziehen,   nicht direkt und vollständig als Ergebnis göttlicher Eingebung oder   göttlichen Diktats aufgefasst, sondern als menschliches Zeugnis, das   Gottes Offenbarungen enthält, reflektiert und weitergibt. Die meisten   christlichen Konfessionen lehren, dass die Bibel von Gott inspiriert   ist, ihre Schreiber also „vom Heiligen Geist getrieben“ und vor   schwerwiegenden Fehlern bewahrt wurden.
Manche Evangelikale und Freikirchen, vor allem in den USA, schreiben   der Bibel eine “Irrtumsfreiheit” zu und reagieren damit auf die als   Angriff auf die Glaubensgrundlagen empfundene historische Bibelkritik   seit der Aufklärung. Dabei wird der Bibeltext unmittelbar mit der   Offenbarung Gottes gleichgesetzt.
Ein großer Teil der evangelikalen Bewegung begreift die Bibel als   Geschichtsbuch und betont, dass „die Bibel absolut irrtumslos und   unfehlbar“ sei. Die in der Neuzeit entwickelte historisch-kritische   Exegese geht davon aus, dass die Texte der Bibel nur vor ihrem   historischen Hintergrund und unter Berücksichtigung ihrer literarischen   Form verständlich sind. Die Bibel erzähle nicht Geschichte, sondern   Heilsgeschichte.
Ganz gleich, wie man auch zur Religion allgemein und zur Bibel im   Speziellen stehen mag, das “Buch der Bücher”, wie sie oft genannt wird,   enthält so manchen Vers über den man sich Gedanken machen kann und   vielleicht auch sollte. Eine biblische Anregung ist immer auch ein   Anstoß zur Selbstfindung, zum Überdenken der eigenen Position und zum   Infragestellen des eigenen Handelns. Und damit ist und bleibt sie eine   Quelle dr Inspiration – unabhängig vom Glauben des Lesers.

  (Quelle: http://www.gutzitiert.de)

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